Islam – im Einklang mit der Natur

 

Die ökologische Krise der Welt stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Durch den Heiligen ProphetenSAW und den Heiligen Koran zeigt uns Allah, dass die Menschen in einer gerechten und einfacher Art und Weise handeln sollen.Im Heiligen Koran spricht Allah, dass Er alles im Gleichgewicht geschaffen hat, und warnt uns davor, dass die Übertretung dieses Gleichgewichts verheerende Folgen haben wird.Dies gilt nicht nur für die Welt um uns herum, sondern auch für unsere Seelen. Denn der Islam unterscheidet nicht zwischen der Welt der Menschen und der der Natur.

Es gibt über 6.000 Verse im Heiligen Koran, von denen mehr als 500 nur von den Naturphänomenen handeln.Allah, der Allmächtige, lenkt die Aufmerksamkeit der Menschheit immer wieder auf Seine Zeichen, wie Bäume, Berge, Seen, Tiere, Vögel, Sterne, die Sonne und der Mond und unsere eigenen Herzen. Der Islam enthält Vorschriften über die Erhaltung und Verteilung der knappen Wasserressourcen;es gibt Vorschriften für die Erhaltung der Flächen, für die Anlage und Pflege von Wiesen, Feuchtgebiete, Grünanlagen und für Naturschutzgebiete.

Im folgenden Text werde ich auf einige der im Heiligen Koran besprochene Naturphänomene, eingehen.

Das Pflanzen eines Baumes ist sadqa-e-Jariyah, ein Akt der kontinuierlichen Nächstenliebe, eine wünschenswerte Tat, für die der Pflanzende so lange belohnt wird wie der Baum der Menschheit in irgendeiner Form zugutekommt[1]. Der Heilige Prophet MuhammadSAW erließ das Verbot, die Bäume um die Stadt Medina im Umkreis von 30 km herum zu fällen[2]. Er schrieb vor, dass den Müll von der Straße zu entfernen ein Teil des Glaubens sei. Er verbot das Schneiden von Zedern in der Wüste, solange sie für die Tiere als Schattenspender dienen. Es gibt unzählige Aussagen des Heiligen Propheten MuhammadSAW, die auf die Erhaltung der Ressourcen, vor allem des Wassers, viel Wert legen.Er fordert uns auf das zu sein, wozu Gott uns bestimmt hat, nämlich mit der Natur in Harmonie zu leben.

Die Menschen haben die Fähigkeit, die Welt, weit mehr als alle anderen Lebewesen, zu zerstören. Wir haben aber ebenfalls die Fähigkeit, die Welt zu erhalten. Der Islam glaubt daran, dass alle menschlichen Seelen aus einem Garten stammen, und dass am Ende dieses Lebens jede Seele entweder in den Garten oder das Feuer eintreten wird. D.h. wir können die Welt in einem Zustand verwandeln, der noch wärmer, gieriger und zerstörerischer ist, oder wir verwandeln sie in einen, der ruhig ist wie ein Garten und die göttliche Bestimmung widerspiegelt.

Der Heilige Prophet MuhammadSAW sagte einst:

إِنْ قَامَتِ السَّاعَةُ وَفِي يَدِ أَحَدِكُمْ فَسِيلَةٌ، فَإِنِ اسْتَطَاعَ أَنْ لاَ تَقُومَ حَتَّى يَغْرِسَهَا فَلْيَغْرِسْهَا‏

„Selbst wenn der Tag der Gerechtigkeit kommen sollte, und du ein Schössling in der Hand hältst, pflanze es.“[3] Dies zeigt auch, dass man die Hoffnung nie aufgeben und seine Bemühungen fortsetzen sollte, um seinen Frieden mit der Natur zu finden, und das bis zum Ende.

Wasserschutz in den islamischen Lehren

Das Wasser nimmt eine zentrale Rolle im Islam ein und wird von den Muslimen als ein Segen erkannt, da es das Leben gibt und erhält und den Menschen und die Erde reinigt. Das arabische Wort für Wasser, ma’a, wird genau 63-mal im ganzen Heiligen Koran erwähnt und ist ein wiederkehrendes Thema in vielen der Überlieferungen des Heiligen Propheten MuhammadSAW.

Das Wasser wird von den Muslimen nicht nur wegen seiner lebensversorgenden und lebenserhaltenden Eigenschaft geschätzt, sondern es ist sehr wichtig für einen Muslim in seinem täglichen Leben. Ein Gläubiger benötigt eine Waschung vor jedem Gebet, und zwar fünf Mal am Tag. Diese rituelle Reinigung vor dem Gebet bedeutet das Erreichen der Sauberkeit und Reinigung des Körpers und der Seele. Laut einem von Hadhrat Abu HurairaRA überlieferten Hadith wird kein Gebet ohne Waschung akzeptiert [4]

Der Heilige Koran und die Ahadith lehren den Gläubigen Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit, die sich mit der Erhaltung der natürlichen Ressourcen auf der Erde auseinandersetzen, insbesondere dem Wasserschutz. Gemäß dem Islam ist das Wasser ein Gemeinschaftsgut, worauf alle Menschen ein Recht haben. Der Heilige Prophet MuhammadSAW unterstreicht dies im folgenden Hadith:

„Muslime haben gemeinsamen Anteil in drei Sachen: Gras [Weide], Wasser und Feuer [Kraftstoff].“[5]

Der Heilige Koran schreibt die Grundlagen des Gewässerschutzes nieder und verlangt deiesen, indem er uns in Vers 19 der Sura Al Mu’minun darüber aufklärt, dass die Wasserressourcen auf der Erde begrenzt seien:

وَ اَنۡزَلۡنَا مِنَ السَّمَآءِ مَآءًۢ بِقَدَرٍ فَاَسۡکَنّٰہُ فِی الۡاَرۡضِ ٭ۖ وَ اِنَّا عَلٰی ذَہَابٍۭ بِہٖ لَقٰدِرُوۡنَ

 „Wir sandten Wasser vom Himmel nieder nach bestimmtem Maß, und Wir ließen es in der Erde ruhen; aber Wir vermögen es wieder hinweg zu nehmen.

(Der Heilige Koran, Sura 23, Vers 19)

Darüber hinaus hat Gott in den folgenden Versen die Menschheit angewiesen, nicht verschwenderisch zu sein:

یٰبَنِیۡۤ اٰدَمَ خُذُوۡا زِیۡنَتَکُمۡ عِنۡدَ کُلِّ مَسۡجِدٍ وَّ کُلُوۡا وَ اشۡرَبُوۡا وَ لَا تُسۡرِفُوۡا ۚ اِنَّہٗ لَا یُحِبُّ الۡمُسۡرِفِیۡنَ

 „O Kinder Adams, leget euren Schmuck an (zu jeder Zeit und) an jeder Stätte der Andacht, und esset und trinket, doch überschreitet das Maß nicht; wahrlich, Er liebt nicht die Unmäßigen.“

 (Der Heilige Koran, Sure al Araaf, 7, Vers 32).

Der Heilige Prophet MuhammadSAW veranschaulichte die „logische Vorgehensweise für eine nachhaltige Wassernutzung“ in einer Art und Weise, in der er die rituelle Waschung vorführte. Das Prinzip der Wassererhaltung wurde sehr schön durch die Regel dargestellt, die besagt, dass wir während der rituellen Waschung (Wudhu) bei der Verwendung von Wasser sparsam sein sollen, selbst wenn uns ein Fluss zur Verfügung steht: „Verschwendet nicht, auch wenn ihr die Waschung am Ufer eines schnell fließenden großen Flusses durchführt“[6]. Der Heilige ProphetSAW selbst pflegte die Waschung mit nur einem mudd[7] Wasser (entspricht etwa 2/3 Liter) durchzuführen, und mit einer saa[8] Wasser (entspricht etwa 3 Litern) zu duschen.“[9]

Gemäß des islamischen Rechts (Scharia), tragen Bauernhöfe, die flussaufwärts liegen, eine Verantwortung gegenüber den Nutzern, die flussabwärts liegen. Ein Bauernhof, der neben einem Fluss liegt, darf die Nutzung des Wassers nicht monopolisieren. Nach der Nutzung einer angemessenen Menge an Wasser für seine Pflanzen muss der Landwirt den Rest für die flussabwärts Lebenden lassen. Außerdem, wenn das Wasser für alle Bauernhöfe entlang des Flusses unzureichend wird, sind die Bedürfnisse der älteren Bauern erst zu erfüllten, bevor den neuen Landwirten erlaubt wird, deren Gebiete zu bewässern. Darin spiegelt sich der Nachdruck, der vom Islam auf eine nachhaltige Nutzung von Wasser gelegt wurde.

Quellen:

[1] Sahih Bukhari, Kitabul Muzariya, Baab fazlizzari walursi izzaa ukila minhu

[2] Sunan Abi Dawud, Kitab Al-Manasik, Baab fi Tahreemil madina / Sahih Al-Bukhari, kitaab fazailul madinah, baab haramil madina

[3] Al-Adab Al-Mufrad

[4] Sahih Muslim, Kitaabu taharat, baab wujuubi taharati lisalat

[5] Sunan Abi Dawud, Kitab Al-Ijarah, Baab fi manil maai

[6] Sunan Ibn Majah, kitaaul taharat wa sunnaha

[7] Arabisch: المـُد. Ein Maßstab für Getreide

[8] Arabisch: صاع .Ein Maßstab für Gewicht was etwa 3 Kg entspricht

[9] Sahih Al-Bukhari, kitaabul wudhu, baabul wudhui bilmudda

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