Terrorismus kennt keine Religion

Ein Kommentar von Saira Usman

Erneut wurde die Welt vor einigen Wochen von einer barbarischen Gräueltat zutiefst erschüttert: Ein 47-jähriger Geschichtslehrer im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine ist enthauptet aufgefunden worden. Der Grund dahinter sollen Karikaturen über den Heiligen Propheten Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm), die der Lehrer Anfang Oktober seinen Schülern zeigte, gewesen sein. Es muss klargestellt werden, dass Terrorismus keine Religion kennt und dass solch ein martialischer Akt nicht im Geringsten mit den islamischen Lehren vereinbar ist. In einem Ausspruch sagte der Heilige Prophet (saw), dass ein wahrer Muslim der sei, vor dessen Hand und Zunge andere sicher sind. (Bukhāri) Wenn dies also die Lehre des Propheten Mohammed (saw) war, der als Barmherzigkeit für die ganze Welt entsandt wurde, wie können seine vermeintlichen Anhänger so etwas im Namen des Islams tun? Doch er übte sich stets in Geduld aus und hielt die Muslime ebenfalls hierzu an.

Einerseits betrübt es mich als praktizierende Muslima, dass im Namen meiner friedlichen Religion solche Gräueltaten an unschuldigen Menschen verübt werden. Auf der anderen Seite finde ich es auch traurig, dass unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit der Islam und der Heilige Prophet (saw) diffamiert werden. Wenn auf der einen Seite misogyne Aussagen und Aussagen gegen Schwarze, Juden oder Homosexuelle als sexistisch, rassistisch, antisemitisch und homophob eingestuft werden und auf der anderen Seite islamfeindliche Aussprüche im Namen der Meinungsfreiheit legitimiert werden, ist dies eine gelebte Doppelmoral. Des Weiteren wird oft von Muslimen verlangt, dass sie sich vermehrt distanzieren und Stellung beziehen sollen. Als Anhängerin der Ahmadiyya Muslim Jama’at, einer Gemeinde im Islam, die seit über 120 Jahren besteht und die Wiederbelebung des Islams verkörpert, kann ich dazu sagen, dass die Jama’at, stets deutlich Stellung bezogen hat. Das spirituelle Oberhaupt der Gemeinde, Seine Heiligkeit Khalif Hazrat Mirza Masroor Ahmad (möge Allah sein Helfer sein), setzt sich proaktiv gegen Hass, Gewalt und Terror ein und lehrt Frieden. Auf der Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Karslruhe sagte er passend hierzu folgendes:

„Die Wahrheit ist, dass Allah den Muslimen sehr deutlich angeordnet hat, jede Gelegenheit zur Erhaltung des Friedens und der Harmonie auf der Welt, wo immer sie sich ergibt, mit beiden Händen zu ergreifen (…) All diejenigen, die in den Lehren des Islams die Verbreitung von Extremismus und Hass sehen, sollten sich von diesem Irrglauben ein für alle Mal befreien. Der Vorwurf des sinnlosen Blutvergießens und der Gewalt von heute trifft daher nicht auf den Islam oder seine Lehren sondern ist vielmehr das Ergebnis der Taten einiger sogenannten Muslime, die in ihrem Hass und ihrer Selbstsucht die wahre Essenz des Islams verdorben haben und deshalb ihren persönlichen Interessen dienen.“

Abschließend sollte den Lösungsansätzen, die der Heilige Qur‘an hierfür bietet, ein Ohr geliehen werden, so heißt es:page1image23416

„Gut und Böse sind nicht gleich. Wehre (das Böse) mit dem ab, was das Beste ist. Und siehe, wenn Feindschaft zwischen dir und einem anderen war, so wird der wie ein warmherziger Freund werden.“ (41:35)


Nun ist es unsere Aufgabe gemeinsam Brücken in unserer Gesellschaft zu bauen, den Dialog miteinander zu fördern und Religionen anderer zu respektieren somit werden wir unseren Beitrag zu einer friedfertigen und toleranten Gesellschaft leisten. Mein tiefempfundenes Mitgefühl und Gebete gelten den Familien und Freunden des Opfers.

Quellen:

https://www.revuederreligionen.de/das-islamische-dilemma-sollten-wir-angst-vor-der-religion-des- friedens-haben/